Zinsen und Niedrigzinsphase – Was genau ist das überhaupt?

Fast jeder spricht momentan über die sog. Niedrigzinsphase, wenn es um das Thema Finanzen geht. Doch was genau bedeutet das denn eigentlich? Das bedeutet im Grunde genommen, dass es aktuell auf der einen Seite fast keine Zinsen auf das eigene, bisher angesparte Vermögen gibt (Guthabenzins) und auf der anderen Seite, dass man im Gegensatz zu früheren Zeiten kaum Zinsen bei der Darlehensaufnahme/Kreditaufnahme bezahlen muss (Darlehenszins). Grundsätzlich spricht man immer von sog. Zinsen, wenn es um das Leihen und/oder Verleihen von Geldern und/oder Sachen geht. Bei Mietwohnungen und/oder Grundstücken, welche verpachtet sind, benutzen wir immer nur die Begriffe „Miete“ und/oder „Pacht“ – die offiziellen Bezeichnungen hierfür sind eigentlich „Mietzins“ und/oder „Pachtzins“. Beim Thema Geld geht es grundsätzlich auch nur um das Leihen und Verleihen von Kapital. In diesem Bereich existieren dadurch zwei Arten von Zinssätzen – der Guthabenzins und der Darlehenszins. Zinsen werden dabei üblicherweise prozentual auf einen Nennwert pro Zeiteinheit angegeben.

BEISPIEL: Guthabenverzinsung Geldanlage Tagesgeldkonto 0,05% p.a. à Legt man beispielhaft 10.000€ auf diesem sog. Tagesgeldkonto (Erklärungen erfolgen in zukünftigen Blogs) an, bekommt man am Ende des Jahres (p.a. = per anno = jährlich) einen Betrag in Höhe von 5€ (0,05% = 0,05 : 100 = 0,0005 à 10.000€ * 0,0005 = 5€) an Zinsen gutgeschrieben. Der Anleger verleiht der Bank/dem Kreditinstitut sozusagen ein Kapital in Höhe von 10.000€, mit welchem dieses für eigene Zwecke wirtschaften darf. Hierfür erhält man – sozusagen als Entschädigung/Belohnung – eine Prämie in Form und Höhe des Guthabenzinses. Da der Anleger – speziell bei dieser Form der Geldanlage (Tagesgeldkonto) – aber täglich verfügen und somit das Geld abziehen kann, fällt diese Prämie sehr mager (0,05%) aus. Hier ist also die Bank/das Kreditinstitut der Schuldner (leiht sich das Geld vom Anleger) und der Anleger der Gläubiger (verleiht das Geld an die Bank/das Kreditinstitut).

BEISPIEL: Darlehenszins (oftmals angegeben als sog. Sollzins oder Nominalzins) 1,99% p.a. bei Darlehensaufnahme à Nimmt man beispielhaft 50.000€ als Darlehen auf, bezahlt man insgesamt pro Jahr (p.a. = per anno = jährlich) einen Betrag in Höhe von 995€ (1,99% = 1,99 : 100 = 0,0199 à 50.000€ * 0,0199 = 995€) an Zinsen (also rund 83€ pro Monat à 995€ : 12 Monate = 83€). Bei der Darlehensaufnahme/Kreditaufnahme muss aber stets beachtet werden, dass hier neben den Zinsen in den meisten Fällen auch die sog. Tilgungsrate zurückzuführen ist. Diese Tilgungsrate bewegt sich – abhängig von der Art des Darlehens – zwischen 0% und 100% p.a. der Darlehenshöhe (die verschiedenen Darlehensarten werden aber in einem anderen Blogbeitrag detailliert behandelt und erklärt). Um an dieser Stelle aber das Beispiel fortzuführen, legen wir fiktiv eine Tilgung in Höhe von 5% p.a. fest. Somit müssen bei einem Ratenkredit anfänglich 5% p.a. der Darlehenshöhe an die Bank/das Kreditinstitut zurückgeführt werden – zusätzlich zum Zinsbetrag. 5% p.a. von 50.000€ ergeben einen Betrag in Höhe von 2.500€, welcher jährlich zurückzuzahlen ist. Teilt man diesen Betrag nun durch 12, ergibt sich der zu zahlende Monatsbeitrag, der in diesem Beispiel bei rund 208€ liegt. Insgesamt muss der Schuldner (Person, welche das Darlehen aufnimmt) also rund 291€ (83€ Zinsrate + 208€ Tilgungsrate) pro Monat an den Gläubiger (Person/Institution, welche das Darlehen ausgibt à Im Normalfall eine Bank) zurückführen.

2017-04-03T12:56:32+00:00 27.02.2017|Fit4Finance|

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