Vermögensaufbau und Geldanlage – Gewinne in der Niedrigzinsphase?

Wie im letzten Blogbeitrag angesprochen bekommt man aktuell auf das eigene, bisher angesparte Kapital und Vermögen kaum Guthabenzinsen. Die Frage, die sich viele Anleger dadurch stellen: Lohnt sich die Geldanlage oder das Sparen auf diesem Wege überhaupt noch? Meine ehrliche Antwort: Nein!

ABER: Die Betonung hierbei liegt eindeutig auf der Floskel „auf diesem Wege“ – Meiner Meinung nach ist das Sparen in der heutigen Zeit sogar wichtiger denn je!

Die Generation Y – also vorwiegend die Generation der Jahrgänge zwischen 1990 und 2000 – gilt als extrem ungeduldig und enorm „konsumgeil“. Die Schuld dafür gebe ich aber an dieser Stelle weder den Personen selbst noch deren Eltern, sondern vielmehr der technologischen Entwicklung. Heutzutage kann nahezu alles problemlos per Ratenzahlung erworben werden – Urlaub, Kleidung, Smartphones, Autos, Uhren, Elektronikgeräte aller Art etc.

Zusätzlich werden in den sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram) vor allem Freizeit- und Lifestyle-Bilder veröffentlicht. Dies fördert unterbewusst natürlich den Kaufdrang dieser Dinge enorm. Jeder möchte schnellstmöglich den neuen BMW, die neuen Sneakers von Nike oder am besten direkt morgen im Flieger in Richtung Malediven sitzen!

All das ist heutzutage nahezu problemlos möglich. All diese Dinge können im Internet und/oder beim Vertragshändler vor Ort erworben werden – ganz easy in Form einer Ratenzahlung.

Warum also sparen? Die eigenen Träume können auch auf diesem Wege realisiert werden! Oftmals verwendet man zudem gerne die Ausrede: Zinsen gibt es ja sowieso keine mehr, wozu also dann sparen?!

 

Soweit so gut – Zinsen gibt es aktuell tatsächlich kaum mehr! Aber das bedeutet ja keinesfalls, dass nicht anderweitig Renditen und damit Gewinne erwirtschaftet werden können. Der Guthabenzins ist nur eine spezielle Art von Rendite. Renditen beschreiben grundsätzlich den Gewinn auf das eingesetzte Kapital. Kauft man beispielsweise am Jahresanfang Aktien im Wert von 10.000€ an und verkauft diese am Jahresende bei einem Stand von 10.500€, so hat man einen Gewinn von 500€ erwirtschaftet (Aktien und die Börsenwirtschaft im Allgemeinen werden in einem anderen Blogbeitrag detailliert erklärt).

Wie berechnet man aber nun die Rendite in Prozent? Hierfür stellen wir den Gewinn in das Verhältnis zum eingesetzten Kapital, d.h. wir teilen – einfach ausgedrückt – die 500€ durch die eingesetzten 10.000€. Dies ergibt den Wert 0,05 und dieser entspricht einer Rendite von 5% p.a. Eine Rendite in Höhe von 5% p.a. ist aktuell übrigens ein sehr guter Wert.

Nun aber zurück zum Guthabenzins. Legt man das Geld auf Tagesgeldkonten an, liegt dieser aktuell bei 0,05%-0,10%. Bei einer Kapitalanlage in Höhe von 10.000€ ergibt dies einen „Gewinn“ von 5-10€ pro Jahr. Da Kapitalverluste auf Tagesgeldkonten ausgeschlossen und der Guthabenzins (Rendite) garantiert sind, entscheiden sich viele Menschen für diese Anlageoption. Leider aber ist das Denken der meisten Menschen an dieser Stelle falsch. Natürlich ist es richtig, dass man hier keinerlei Kapitalverlust hinnehmen muss, dafür aber einen umso stärkeren KAUFKRAFTVERLUST. Dieser sog. Kaufkraftverlust geht einher mit der sog. Inflation. Die Inflation errechnet sich aus dem Preisanstieg eines speziellen Produktwarenkorbs, welcher vom Statistischen Bundesamt definiert wird. Das bedeutet, dass überprüft wird, inwiefern sich der Preis dieses Produktwarenkorbs im Vergleich zum Vorjahr verändert. Dieser Produktwarenkorb umfasst vor allem Produkte und Dienstleistungen, für welche der durchschnittliche Endverbraucher Geld ausgibt (Bekleidung, Miete, Storm, Lebensmittel etc.).

Beispiel: Bezahlt der durchschnittliche Endverbraucher in Deutschland für diesen Produktwarenkorb im Vorjahr 100€ und nur ein Jahr später – im aktuellen Kalenderjahr – für den selbigen Produktwarenkorb bereits 102€, so ergibt sich eine Inflationsrate von 2,0%. Der Preis für die gleichen Produkte und/oder Dienstleistungen ist im Schnitt also um 2€ im Vergleich zu Vorjahr gestiegen. Im Grunde genommen beschreibt die Inflationsrate den realen Kaufkraftverlust in Prozent. Die Endverbraucher müssen für identische Leistungen mehr Geld in die Hand nehmen.

Diese Inflationsrate wirkt sich also im Umkehrschluss auch auf unser angelegtes Kapital aus. Auch dieses erfährt bei einer angenommenen Inflationsrate in Höhe von 2% einen Kaufkraftverlust in Höhe dieser 2,0%. Nun erhält man zwar auf der einen Seite 0,05%-0,10% Guthabenverzinsung auf das angelegte Kapital, aber auf der anderen Seite verliert das Kapital pro Jahr auch 2,0% an realer Kaufkraft. Folglich erzielt man auf diese Art und Weise eine Negativrendite in Höhe von -1,9% à 0,10% – 2,0% !

Inflationsrate in Deutschland von 1992 bis 2016 (Quelle: www.statista.de)

 

Legt man nun 10.000€ zu -1,9% p.a. an (reale Inflationsrate in Deutschland), so verliert das Kapital in 10 Jahren insgesamt mehr als 17,5% an Kaufkraft und entspricht aus heutiger Sicht nur noch einem Wert in Höhe von rund 8.250€ – anders ausgedrückt: Man kann sich in 10 Jahren mit den angelegten 10.000€ nur noch Dinge kaufen, welche einen Wert von rund 8.250€ aufweisen! Deswegen an dieser Stelle eine provokante Frage:

 

Wie viel Geld müsste man aus heutiger Sicht auf einem Tagesgeldkonto anlegen, damit daraus in 10 Jahren 10.000€ werden?

 

Viele Menschen nennen hier eine Zahl unter 10.000€, da das Kapital unter normalen Umständen bedingt durch die Guthabenverzinsung ansteigen würde – aber eben nur unter NORMALEN Umständen!

In der Niedrigzinsphase und unter der Voraussetzung einer positiven Inflationsrate sinkt das Kapital aber im Zeitverlauf. Das bedeutet, man muss heute MEHR ALS 10.000€ am Tagesgeldkonto anlegen muss, um in 10 JAHREN ein ENDKAPITAL von 10.000€ zu erhalten!

Deswegen finde ich es absolut schade und traurig, wenn ich merke, dass Menschen auf diesem Wege ihr eigenes, hart verdientes Geld mehr oder weniger VERNICHTEN!

 

 

EINDEUTIGE EMPFEHLUNG: Geldanlage und Vermögensaufbau nur mit Hilfe der Börse!

 

Aber ist das Risiko nicht zu hoch? Hier kann ich doch Geld verlieren?

 

Natürlich KÖNNEN Sie das! Anderweitig WERDEN Sie sogar!

 

Wie im obigen Beispiel beschrieben verlieren Sie auf 10 Jahre insgesamt 17,5% des eingesetzten Kapitals (gemessen an der Kaufkraft, was aber im Endeffekt einem konkreten Wertverlust entspricht) – GARANTIERT!

Auch WENN man an der Börse in einem Jahr Verluste hinnehmen muss, gleicht sich alles über den ZEITVERLAUF wieder aus! Geldanlagen im Bereich der Börse sind immer nur über einen LÄNGEREN ZEITVERLAUF möglich (MINIMUM 5 Jahre)! Sie können zwar jederzeit über das Geld verfügen, aber es SOLLTE wenigstens 5 Jahre unberührt bleiben, um hier wirklich satte GEWINNE und RENDITEN zu erzielen!

 

Der MSCI World Fund ist ein Aktienindex, der die größten und wertvollsten Unternehmen aus aller Welt bündelt und mittlerweile mehr als 1.600 verschiedene Aktientitel aus 23 Ländern beinhaltet. Dieser bildet die Weltwirtschaft und den Börsenverlauf besser als jede andere Anlage im Bereich der Börse ab! Hier der Verlauf in den letzten 10 Jahren:

Quelle: www.onvista.de

Quelle: www.finanztip.de

 

Wie man sehr gut erkennen kann, gehen die Kurse an den Aktienmärkten und an der Börse auf Dauer IMMER nach oben! Man muss die Zeit nur aussitzen können, in welcher man Verluste hinnehmen muss – diese gehören zwangsläufig zum Börsengeschäft dazu! Ohne diese gäbe es keine guten Einstiegszeitpunkte, um anschließend hohe Gewinne und Renditen realisieren zu können!

 

 

Hätte man beispielsweise den MSCI World im Jahre 2008 am damaligen Höhepunkt – also kurz vor dem gewaltigsten Negativereignis an der Börse überhaupt bisher (Pleite Lehman Brothers) – hätte man nur ein Jahr später nahezu 50% des eingesetzten Kapitals verloren! Hat man an dieser Stelle aber durchgehalten, hat man im Anschluss wieder sehr gute Gewinne eingefahren und im Jahre 2015 war man bereits wieder in der Gewinnzone und der Stand des Kapitals war höher im Höhepunkt von 2008!

 

Anhand dieser Entwicklung kann man sehr gut erkennen, dass auf Dauer an den Börsen immer Geld verdient wird. Absolut wichtig ist nur, dass man bereit ist ein wenig Risiko in Kauf zu nehmen – zukünftig wird man dafür umso mehr belohnt!

Die Börse bietet zudem eine extrem große Anzahl an Produkten, welche ich zur Geldanlage und zum Vermögensaufbau verwenden kann – auf diesem Blog werde ich Ihnen möglichst viele Informationen und Strategien hierzu vorstellen und erklären! Mir ist es extrem wichtig, dass Sie Ihr Geld auf Dauer für sich arbeiten lassen und nicht umgekehrt – dieses Phänomen ist tatsächlich möglich, bedarf aber zahlreicher Informationen! All diese erfahren Sie auf zukünftig auf meinem Blog „fit4finance“ J

2017-03-31T09:25:51+00:00 18.02.2017|Fit4Finance, Vermögensaufbau|

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